Du willst Emotionen kontrollieren, wenn der Druck steigt? Dann hilft dir eine einfache Formel aus dem LEITWOLF® Podcast: Name it, pause it, choose it. So führst du, und nicht deine Emotion führt dich.
Der Kunde springt ab. Dein Chef kritisiert dich vor versammelter Mannschaft. Ein Mitarbeiter liefert zum dritten Mal nichts. Wut, Ärger, Enttäuschung und Angst kommen hoch. Das ist verständlich.
In Folge 536 des LEITWOLF® Podcasts zeigt Stefan Homeister, wie du deine Emotionen kontrollieren kannst, ohne sie zu verdrängen. Entscheidend ist nicht, was in dir hochkommt. Entscheidend ist, wie du darauf reagierst.
Wie kannst du Emotionen kontrollieren, ohne sie zu unterdrücken?
Emotionen kontrollieren heißt als Führungskraft, Gefühle wahrzunehmen und ihnen nicht die Steuerung deines Handelns zu überlassen. Du unterdrückst nichts. Emotionen sind Signale und keine Handlungsanweisungen. Die Formel Name it, pause it, choose it hilft dir, zwischen Reiz und Reaktion bewusst zu entscheiden.
Emotionskontrolle ist die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen und trotzdem selbst zu entscheiden, wie du handelst. Sie ist keine Emotionsunterdrückung.
Das häufigste Problem in der Praxis: Du reagierst, bevor du denkst. Ein Trigger kommt, du ärgerst dich und schreibst eine scharfe E-Mail. Du rechtfertigst dich, stellst Behauptungen auf oder triffst eine vorschnelle Entscheidung. Stefan hat das selbst erlebt, als er mit 26 Jahren als junger Assistent im Marketing arbeitete.
Sein Beispiel: Das Logistikzentrum warnte vor einem Risiko durch rutschende Paletten. Er malte sich schlimme Szenarien aus und antwortete aus Angst per E-Mail. Klüger wäre gewesen, die Angst für Fragen zu nutzen, etwa: Was meint ihr mit riskanter Palettenstabilität? Dann wäre das Problem schnell vom Tisch gewesen.
Unterdrücken ist dabei keine Lösung. Laut Stefan zeigt Ärger eine verletzte Grenze, Angst ein Risiko und Enttäuschung eine unerfüllte Erwartung. Du reagierst nie auf die Realität, du reagierst auf deine Interpretation davon. Genau in diesem Raum zwischen Reiz und Reaktion beginnt Leadership.
Was bedeutet Name it im Führungsalltag?
Name it bedeutet: Du benennst deine Emotion, bevor du handelst. Frag dich, was du wirklich fühlst, woran das liegt und wovor du Angst hast. Das Benennen schafft Klarheit und Distanz zur Emotion. So kannst du als Führungskraft bewusster handeln, statt im Affekt zu reagieren.
Stell dir drei Fragen: Was fühle ich wirklich? Woran liegt das? Wie äußert sich das? Bei Angst fragst du zusätzlich: Wovor habe ich Angst? Bei Wut: Warum bin ich wütend? Bei Verletzung: Was hat das ausgelöst?
Angst ist dabei nicht dein Feind. Sie hilft dir, fatale Risiken nicht zu übersehen, so wie Klippen beim Bergwandern. Wichtig ist nur, dass sie dich nicht davon abhält, das Richtige zu tun. Die Regel lautet: Name it before you act on it. Benenne es, bevor du handelst.
Wie schaffst du Abstand mit Pause it?
Pause it heißt, dass du nicht sofort reagierst und zeitlich und räumlich Abstand nimmst. Oft reichen 60 bis 120 Sekunden. Bei komplexen Dingen kann eine Stunde helfen, bei sehr komplexen Dingen eine Nacht darüber zu schlafen. Dazu helfen ruhiges Atmen, Wasser trinken und der Gang aus dem Raum.
Atmen ist laut Stefan ein wichtiger Teil der Pause. Er beschreibt, dass ruhiges, tiefes Atmen Puls und Blutdruck senkt und klareres Denken möglich macht. Selbst ein Glas Wasser in Reichweite hilft ihm. Auch Fragen schaffen Abstand. Stell lieber eine Frage als einen Vorwurf.
Schreib dir die Wut von der Seele: Verfasse die E-Mail, aber drück nicht auf Senden. Speichere sie und leg sie weg. Laut Stefan beruhigt das in fast allen Fällen und ordnet die Gedanken. Am nächsten Morgen sieht die Welt besser aus. Frag dich dann: Was ist richtig?
Techniken für Pause it
- Ruhig und tief atmen
- Ein Glas Wasser trinken
- Eine Frage stellen statt einen Vorwurf
- Den Raum verlassen
- Die E-Mail schreiben, speichern und nicht senden
- Eine Nacht darüber schlafen
Wie wählst du mit Choose it deine Wirkung?
Choose it bedeutet: Du wählst die Wirkung, die du bei deinem Gegenüber erzielen willst. Als Führungskraft wirst du für Wirkung bezahlt und nicht für gute Absichten. Frag dich, welche Verantwortung du übergeben, welches Vertrauen du aufbauen und welche Grenze du ziehen willst.
Du wirst für deine Wirkung bezahlt, nicht für deine guten Absichten. Ein Ausraster befreit dich vielleicht, kann andere aber schwer beschädigen. Frag also nicht: Was will ich loswerden? Frag: Welche Wirkung will ich beim anderen erzielen? Schließlich führst du Menschen.
Emotionale Selbstführung heißt nicht, immer nett oder immer hart zu sein. Sie heißt, bewusst wirksam zu sein und innere Emotion und äußeres Verhalten zu trennen. Das gilt auch, wenn du eine Grenze ziehst. Hilfreiche Impulse findest du im Beitrag zum Konfliktmanagement und zum Aktiven Zuhören.
Dein Verhalten wirkt auch auf dein Team. Laut Stefan spiegeln Menschen menschliches Verhalten: Ein nervöser CEO erzeugt ein nervöses Management-Team. Setze deshalb Signale von Orientierung, Klarheit und Ruhe. Wie Teams so zusammenarbeiten, zeigt Team Effectiveness.
Wie übst du die Formel in zwei Wochen?
Die Zwei-Wochen-Übung für den Umgang mit Emotionen ist einfach: Beobachte deinen nächsten emotionalen Trigger im Moment und nicht erst danach. Danach reflektierst du, wie du mit der Situation umgegangen bist, was gut lief und was du besser machen kannst. Wende dabei Name it, pause it, choose it an.
Es geht nicht um Perfektion. Du beobachtest und lernst. Notiere dir nach jedem Trigger: Welche Emotion war da? Wie lange habe ich pausiert? Welche Wirkung wollte ich? Nach zwei Wochen erkennst du deine Muster.
Die Formel ist leicht zu merken, aber anspruchsvoll in der Anwendung. Wenn du sie mit Begleitung trainieren willst, findest du Raum dafür in der LEITWOLF® Academy.
„Du kannst nicht immer kontrollieren, was um dich herum passiert, aber du kannst kontrollieren, wie du damit umgehst.“
Stefan Homeister, Host des LEITWOLF® Podcasts
Fazit
Du musst deine Emotionen nicht abstellen. Du musst verhindern, dass sie dein Handeln steuern. Name it, pause it, choose it gibt dir dafür drei klare Schritte.
Fang beim nächsten Trigger an. Benenne, was du fühlst, nimm Abstand und wähle die Wirkung, die du erzielen willst. Genau darin zeigt sich gutes Führen.
Häufige Fragen
Warum sind Emotionen schlechte Piloten?
Emotionen sind wertvolle Signale, aber keine Handlungsanweisungen. Ärger zeigt eine verletzte Grenze, Angst ein Risiko, Enttäuschung eine unerfüllte Erwartung. Wenn du nur nach ihnen handelst, reagierst du auf deine Interpretation statt auf die Realität.
Soll ich Angst als Führungskraft verbergen?
Nein. Unterdrücken ist keine Kontrolle. Angst zu haben ist gut, weil sie auf Risiken hinweist. Du solltest nur nicht zulassen, dass sie dich davon abhält, das Richtige zu tun. Benenne sie und nutze sie zum Beispiel für klärende Fragen.
Wie lange sollte ich vor einer Reaktion pausieren?
Das hängt von der Situation ab. Bei einfachen Auslösern reichen etwa ein bis zwei Minuten. Bei komplexen Dingen hilft eine Stunde, bei sehr komplexen eine Nacht. Atme ruhig durch, trink Wasser oder verlass kurz den Raum.
Was mache ich mit einer wütenden E-Mail?
Schreib sie, aber sende sie nicht. Speichere den Entwurf und leg ihn weg. Das beruhigt, ordnet deine Gedanken und verhindert eine Reaktion, die du später bereust. Am nächsten Morgen fragst du dich: Was ist richtig?
Wie üben Young Leaders den Umgang mit Emotionen?
Beobachte zwei Wochen lang deinen nächsten emotionalen Trigger im Moment. Danach reflektierst du, wie du umgegangen bist, was gut lief und was besser geht. Nutze dafür die drei Schritte Name it, pause it, choose it.

